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Abfischen Jungfischgewässer 2009

Jungfischgewaesser

Einsatz total an unseren Jungfischbächen! Am Wochenende vom 4/5/6.September 2009 haben wir unsere 5 Jungfischbachstrecken abgefischt. Die Jungfische, die wir Anfang April als Brütlinge ausgesetzt haben, sind mittlerweile zu schönen Sömmerlingen herangewachsen. Sie sind prächtig gediehen und das Aufwachsen im Bachbett unter natürlichen Bedingungen befähigt sie, in unserem Hauptgewässer, der Wigger, besser zu überleben. Den Aufwand, den wir betreiben, um gesunde, wild herangezogene Sömmerlinge in die Wigger besetzen zu können, ist enorm. Ca. 160 Mannstunden stecken dahinter! Nicht eingerechnet sind Organisation und Vorbereitung. Umso erfreulicher war, dass alles perfekt geklappt hat. Auch die Gemeinden und Lohnunternehmen, welche im Vorfeld die Bachufer mähen sollten, haben ausgezeichnet gearbeitet und uns dadurch die Arbeit sehr erleichtert. Ein paar Bemerkungen zu unseren Beobachtungen an den Bächen: Der Plegibach in Oftringen hat uns erneut enttäuscht. Der Ertrag an Sömmerlingen war wiederum schlecht. Was ist mit diesem Bach los? Wir vermuten, die Probleme sind menschgemacht. Wir hatten in der Vergangenheit viele Sorgen mit dem Bach (Verpilzung, Ausbaggern, etc). Erfreulich war immerhin, dass wir erneut Dohlenkrebse (austropotamobius pallipes) gesichtet haben. Aufgrund der vielen negativen Erfahrungen der letzten Jahre haben wir jedoch beschlossen, den Plegibach nicht weiter als Jungfischgewässer zu nutzen. Zu den anderen Bächen:

Jungfischgewaesser

Vor allem der Grenzbach macht uns Freude. Der Ertrag war auch dieses Jahr wiederum gut. Besonders der obere renaturierte Teil ist eine Bereicherung sowohl für Flora und Fauna als auch für Anwohner und Fussgänger. Wir konnten feststellen, dass neben den Bachforellen auch die Groppen (cottus gobio) sich im Bach wohlfühlen. Wir haben Exemplare in allen Grössen, teilweise ausgewachsene Exemplare von ca. 15cm, gesehen. Dies lässt vermuten, dass sie sich natürlich reproduzieren. Der Grenzbach hat auch den Vorteil, dass er auf Stadtgebiet verläuft, und dadurch logistisch leicht zu erreichen ist. Zudem ist er besser überwachbar. Ein Wermutstropfen war der Vorfall im unteren Grenzbach, wo bei Bauarbeiten der Bach wegen Versagen einer Pumpe trockenlief (siehe letzter Webeintrag). Dieser Verlust an wertvollen Wildsömmerlingen schmerzt uns ausserordentlich. Beim Bösenwilerbach haben wir gehofft, dass sich die Renaturierungsmassnahmen vom letzten Winter positiv auswirken würden. Unserer Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. Rund ein Drittel der ausgesetzten Brütlinge konnten wir als Sömmerlinge wieder abfischen.

Jungfischgewaesser

Ein sehr gutes Ergebnis. Der Bach hat zweifellos an Wert gewonnen. Das Schuelerslehnerli hat dieses Jahr wieder sehr gute Erträge gebracht. Ca. doppelt so hoch wie 2008 und ein wenig mehr als das generell gute 2007. Ingesamt sind wir mit dem Resultat des Abfischwochenende sehr zufrieden. Es macht Freude zu sehen, dass unsere Anstrengungen Früchte tragen. Mehr als ein Drittel der ausgesetzten Brütlinge konnten wir schlussendlich als Sömmerlinge abfischen und in die Wigger aussetzen. Ohne den unglücklichen Verlust des im unteren Grenzbach wären die Zahlen sogar noch besser gewesen. Die Statistik zeigt, dass wir mit unseren Jungfischgewässern auf dem richtigen Weg sind. Danke an alle, die uns dabei unterstützen! Wir sind gespannt auf das kommende Monitoring Mitte Oktober. Es wird zeigen, ob sich unsere gesamte Besatzstrategie weiterhin bewährt und zusammen mit unseren anderen Bestrebungen den Bestand verbessert. •Bericht und Bilder Matthias Burn und Tom Eichenberger•

 

Tätigkeitsberichte sind Vergangenheit

Der Tätigkeitsbericht 2007 war der letzte seiner Art. Der enorme Aufwand und die Kosten waren Auslöser, um neue Wege zu suchen. Unsere Webseite wird sehr gut besucht und oft gelesen. Die Berichte waren annähernd gleich. Wir werden in Zukunft nur noch auf unserer Webseite veröffentlichen. So sind alle Informationen jederzeit überall verfügbar. Ich hoffe die Gemeinde der Papier-Leser kann sich durchringen unsere Seite zu drucken und an Stelle des Technischen Berichts aufs Nachttischchen zu legen. Danke an alle die sich für unsere Arbeit interessieren.



Baustelle lässt Jungfischgewässer trocken fallen

fischunterstand

Eine Strecke von rund 30 Meter muss wegen Strassenverbreiterung der Industriestrasse eingedolt werden. Um die nötigen Betonierarbeiten ausführen zu könnn, musste der Abschnitt ausgefischt werden. Eine Pumpe sollte den Bach von einer Fassung im Schacht, um die Bauselle herum pumpen. Wir haben auf der Baustelle mehrmals gewarnt und auf Gefahren hingewiesen. Nun ist das Disaster doch passiert!

 

Schutz für Fische Die Pumpeninstallation hat aus noch nicht bekannten Gründen nicht funktioniert. Zwar hat die ganze Woche alles bestens geklappt aber am Samstag passierte das Unglück. Der ganze Bach, vom Areal Sutermeister bis hinunter an die Wigger fiel trocken. Ein unglaublichs Bild bot sich dem Fischereiaufseher und der Polizei am Sonntag. Restlos alle Fische verendeten bei den hohen Temperaturen in den kleinen Pfützen die blieben. Anwohner versuchten verzweifelt Fische zu retten. Eine ganze Generation von Jungfischen für die Wigger ging so verloren. Schadenersatz wird gefordert, ist aber kein Ersatz für die wild aufgewachsenen Forellen. •Bericht und Bilder Robert Burkhard•



Monitoring 2006 bis 2009

fischunterstand

Im Zeitraum Herbst 2006 bis Herbst 2009 wird ein Monitoring zur Überprüfung der Besatzmassnahmen durchgeführt. Hierfür werden alle besetzten Sömmerlinge durch Fettflossenschnitt gekennzeichnet (hier nochmal Foto Vorjahr). Die Fische werden nach dem Abfischen im Aufzuchtbach kurz betäubt und sogleich wird die Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse mit einer chirurgischen Schere entfernt. Dieser kleine Eingriff verursacht keine Blutung und die Flosse wächst nicht nach. Das Fehlen des kleinen Flösschens hat für die junge Forelle keinen Nachteil. Diese Methode ist meldepflichtig. Der Besatzbestand soll einerseits im Anglerfang erfasst werden und andererseits einmal jährlich im Spätherbst im Rahmen elektrischer Abfischung von ausgewählten Strecken. Der Anteil markierter Fische an den verschiedenen Jahrgängen kann bestimmt werden und das Ausmass der Naturverlaichung beurteilt werden. Sie zweite elektrische Kontrollabfischung  im Herbst 2008 ist gemacht. Wir gingen dabei wieder strikte nach den Vorgaben des Modul-Stufen-Konzeptes F vor (www.modul-stufen-konzept.ch/d/fische.htm). Die ersten Resultate sind sehr interessant. Die vier elektrisch befischten Strecken à je 150 m wiesen einen unterschiedlichen Bestand und eine unterschiedliche Zusammensetzung auf. Im Sömmerlingsjahrgang 2007 fanden wir bis zu 100 % markierte Fische, im Sömmerlingsjahrgang 2008 bis zu 80 % markierte Fische. Bei den älteren Fischen waren 10 bis 65 % markiert. Die Erfahrungen der Fischer, die Statistiken und die Resultate der Abfischung decken sich erstaunlich gut. Die genauen Resultate und der Bericht stehen uns im Frühjahr 2010 zur Verfügung. •Bericht und Bilder, Susanne Haertel•



Strukturverbesserung durch Raubäume 2009

fischunterstand

Infolge der intensiven menschlichen Nutzung ist der Wiggerverlauf in unserer Pachtstecke, insbesondere im mittleren und unteren Bereich, relativ arm an Struktur. Am Samstag 16.Mai haben wir im Rahmen unserer fortlaufenden Bestrebungen, die Gewässerstruktur an der Wigger zu verbessern, auch dieses Jahr wieder mehrere sog. „Raumbäume“ ins Gewässer eingebracht. Dazu haben wir einige gefällte Uferbäume so platziert, dass sie im Uferbereich im Wasser zu liegen kommen. Um die Bäume an Ort und Stelle zu halten und vor Abdrift zu schützen, haben wir diese angebunden. Schon seit 6 Jahren bringen wir mit grossem Erfolg regelmässig Raubäume in die Wigger ein. Unsere Bestandeskontrollen (Monitorings) und die Fangstatistiken belegen den grossen Nutzen der Raubäume für das Gewässer. Raubäume kommen auch natürlich als angeschwemmtes oder ins Wasser gefallenes Totholz im Uferbereich vor. Das Laub und das Geäst dieser Raubäume bietet Unterschlupf und Nahrung für Fische und zahlreiche Kleintiere. In dem Geäst können sich die Fische vor Ihren Feinden – in erster Linie Fisch fressende Vögel – verstecken.

Schutz für Fische Das Totholz sorgt auch für unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten im Gewässer. Es bilden sich Abschnitte mit langsameren und schnelleren Strömungsgeschwindigkeiten und es entstehen Kolke, Steilufer und Abbruchkanten. Strukturvielfalt (Gewässerstrukturgüte) und Wasserqualität (Sauerstoffanreicherung) werden dadurch verbessert. Gerade Jungfische brauchen strömungberuhigte Bereiche, in denen sie insbesondere bei höheren Wasserständen nicht abgetrieben werden. Durch die unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten werden ausserdem Kieslaichplätze gefördert. Der Kanton Aargau hat schon vor ca. 10 Jahren in Rhein, Aare und Reuss Raubaumprojekte durchgeführt. Erfolgskontrollen konnten den grossen Nutzen für die Gewässerfauna belegen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Raubäume vor allem für die Fische bessere Lebensräume schaffen. Mit Raubäumen können somit auf einfache und kostengünstige Weise monotone Flussstrecken aufgewertet werden. •Bericht und Bilder, Matthias Burn•

Links zu Raubaum und Totholz:

http://www.totholz.de/
http://www.ag.ch/umwelt-aargau/pdf/UAG_12_07.pdf
http://www.waldwissen.net/themen/wald_gesellschaft/naturschutz/wsl_raubaeume_DE
http://www.axpo.ch/internet/axpo/de/medien/medienmitteilungen/archiv/2006/01/KWruechling.-Slot1-0003-File.File.FileRef.pdf/U-Fischer-Holz-beim-Gewaesserunterhalt06.pdf
http://www.lawa.lu.ch/fische.pdf
http://www.kfvbl.ch/pdf/totholz_kfvbl.pdf





Weitere interessante Berichte im Archiv: Hier klicken!

 

 

 

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Obligatorische Aktivitäten 2010 ProRiver

datum aktivität beschreibung
So. 7. März Saisonstart Aktive Wigger, Startveranstaltung
Sa. 10. April Besatz Jungfische Besatz in Bäche
(Ausweichdatum 17. April)
Sa. 8. Mai Schutz Rhaubäume, Schanzen, Buhnen
Fr./Sa./So. 3./4./5.
September
Abfischen

Jungfische abfischen, Besatz in die Wigger (Ausweichdatum 17./18.19..)

So. 16. Oktober Schutz Rhaubäume, Schanzen, Buhnen
Sa. 6.November Schutz Rhaubäume, Schanzen, Buhnen




Fakultative Aktivitäten 2010 ProRiver

datum aktivität beschreibung
Sa./So.5./6. Juni Exkursion ProRiver Ausflug
Sa. 25. September Saisonende Aktive Wigger, Schlussveranstaltung

 

Fakultative Aktivitäten 2011 ProRiver

datum aktivität beschreibung
Sa. 15. Jan. 2011 Jahresmeeting Keine Verschiebung möglich
? Exkursion ProRiver Ausflug
Sa. 24. September Saisonende Aktive Wigger, Schlussveranstaltung